Vitamin A (Retinol)

Vitamin A (Retinol)

Vitamin A liegt in verschiedenen chemischen Formen mit unterschiedlicher biologischer Aktivität vor. Man unterscheidet das Retinol, das Retinal und die Retinsäure. Letztere wird als Arzneimittel bei der medizinischen Behandlung von Akne vulgaris verwendet. Der Hauptgrund, warum die Retinsäure nicht in der Kosmetik verwendet werden sollte, sind die Nebenwirkungen, die eine Therapie mit Retinsäure verursachen kann. Die Retinsäure hat eine stark teratogende Wirkung, die auch nach Absetzen der Therapie noch zwei Jahre lang bestehen bleibt Zudem kann es zu Abschälungen und Rötung der Haut, Juckreiz, Haarverlust und zur Steigung der Transaminasen im Blutserum kommen.

Durch Stoffwechselvorgänge werden verschiedene Formen des Vitamin A in der Haut ineinander umgewandelt. Inaktiviert liegen die Retinoide als Retinolester vor. In dieser Form werden sie auch in der Haut gespeichert. Gebunden an ein Retinol bindendes Protein werden sie innerhalb des Organismus und somit auch in der Haut transportiert. Mangelerscheinungen an Vitamin A führen zu Hyperkeratosen. Durch die Verdickung der Hornschicht erscheint die Haut ledrig, schuppig und faltig. Ausgelöst werden diese Effekte auch durch chronische Sonneneinstrahlung. Das Absorptionsmaximum der Retinoide liegt zwischen 330 nm und 360 nm. Deshalb führt gerade UVA-Strahlung zu einer Senkung des Retinoidgehaltes der Haut. Da Retinoide eine wichtige Rolle bei der Differenzierung der Keratinozyten spielen, wird der kontinuierliche Erneuerungsprozess der Haut empfindlich gestört. UVA- Strahlung dringt auch in tiefere Hautschichten der Dermis. Hier beeinflusst eine Senkung des Vitamin A Gehaltes die Bildung von Bindegewebsfasern negativ. Fibroblasten werden hyperaktiv, Kollagenasen werden verstärkt produziert, eine geordnete Bildung eines kollagenen Bindegewebsnetzwerks ist nicht möglich. Die Haut verliert an Elastizität und wird ledrig.

Durch die Behandlung lichtgeschädigter Haut mit Vitamin A Präparaten könnte diesem Effekt entgegengewirkt werden. Biologisch gealterte Haut hat ein ganz anderes Erscheinungsbild als sonnenlichtgealterte. Im Gegensatz zur ledrigen Haut erscheint sie weich und makellos. Die Epidermis ist deutlich dünner und durchscheinend. Aus diesem Grund wird biologisch gealterte Haut auch als Pergamenthaut bezeichnet. Die Gründe hierfür liegen in der Abnahme der Zellzahlen an Fibroblasten in der Dermis und Keratinozyten in der Epidermis, die mit zunehmenden Alter fortschreitet.

Auch die Teilungskapazität der Zellen nimmt mit dem Alter ab. Enymaktivitäten im Zusammenhang mit dem Bindegewebsaufbau sinken und kollagenen Bindegewebsmaterial wird in geringerem Umfang produziert. Diesem Effekt der Biologischen Alterung wirken Retinoide ebenfalls entgegen. Sie stimmulieren das Zellwachstum in Dermis und Epidermis.

Konzentrationen von 1% Retinol topisch appliziert, vermögen bei ausreichender Penetration über einen längeren Zeitraum die Wachstumskapazität der Fibroblasten um 100 %  zu steigern und die Zahl der Kerationzyten nimmt um 75 % zu. Diese Effekte führen zu einer deutlichen Zunahme der Epidermisdicke.

 

ß – Carotin = Provitamin A

ß – Carotin, ein Provitamin A ist ein weit in der Natur verarbeiteter Farbstoff. Es gehört zur Gruppe der Carotinoide. Das sind Moleküle, die aus acht Isoprenoid- Einheiten aufgebaut sind. Weitere Vertreter sind Lycopin, Lutein oder Zeaxanthin. Steigende Bedeutung erlagen die Carotinoide in der Medizin als Radikalfänger. Sie fangen direkt freie Radikale ab und werden auf diese Weise oxidiert. Da Carotinoide lipohile Substanzen sind, ist der Wirkort in den Zellmembranen lokalisert. Der Einsatz von ß-Carotin in Cremes bewirkt eine optimale Pflege für die Haut. Diese Carotinoide werden förmlich von der Haut „aufgesogen“. Neben den positiven Eigenschaften dieses Vitamins erhält man obendrein eine leichte Farbe = Selbstbräunereffekt.