Vitamin E - antioxidativ bindet freie Radikale wirkt entzündungshemmend

Vitamin E (Alpha- Tocopherol)

Vitamin E ist ein Überbegriff für alle Tocopherole und Tocotrieole mit Vitamin E-Aktivität. In topischen Zubereitungen werden wegen der größeren Stabilität die Ester von Vitamin E, die Acetate, Succinate oder Nicotinate eingesetzt. Bei der Penetration in die Haut erfolgt durch Esterasen die Spaltung in die eigentliche Wirkform, das freie Vitamin E. Vitamin E wird als Antioxidans in topischen Zubereitungen in Konzentrationen von 0,05 – 0,2 % eingesetzt. Die hauptsächliche Bedeutung des Vitamin E liegt in seiner Eigenschaft als Radikalfänger. Die können primärer oder sekundärer Art sein. Im ersten Fall werden sowohl einwirkende Noxen, wie der Singulettsauerstoff durch Oxidation des Tocopherols direkt aufgefangen, im zweiten Fall werden bereits ablaufende radikalische Kettenreaktionen zum Stillstand gebracht. Radikalreaktionen sind im Bereich des Hautorgans für eine Vielzahl von entzündlichen Erkrankungen und degenerativen Prozessen verantwortlich und können im schlimmsten Fall der Auslöser für ein Karzinom sein (Krebs).

Als mögliche Haupteigenschaften von Vitamin E in kosmetischen Zubereitungen werden diskutiert:

  • Schutzwirkung gegen UV-Strahlen im Sinne einer Erythem- einer Entzündungs- und einer Ödemhemmung.
  • Vorbeugung UV- induzierter Hautalterung durch Verhinderung der durch UVA – Strahlung hervorgerufenen Schädigung des Bindegewebes.
  • Verhinderung der Ausbildung von Altersflecken.
  • Erhöhung der Mitoseaktivität der Basalzellschicht
  • Erhöhung des Feuchthaltevermögens der Hornschicht durch Regulierung des transepidermalen Wasserverlusts und damit einer Verbesserung der Hautoberflächenreliefs.

Die Multiaktivität des Vitamin E als Wirkstoff ist auf seine Molekülstruktur zurückzuführen, die aufgrund der Lipophilie eine ausgezeichnete Penetration in tiefere Hautschichten erlaubt. Durch die Polarität des Moleküls wird außerdem ein direkter Einbau in intra- und extrazelluläre Membranen ermöglicht. Dadurch werden die Membranen stabilisiert, sowie durch physikalisch-chemische Wechselwirkungen die Membranfluidität aufrechterhalten.

Dazu kommen die Hervorragenden Radikalfängereigenschaften, die sich vor allem auf die lipophilen Zellmembranen erstrecken, während die Wirkungen der anderen Radikalfänger vor allem in hydrophilen Zellkompartimenten zum Tragen kommen.

Alle pflanzlichen Fette und Öle enthalten auch Vitamin E (Perillaöl), allerdings sind die Gehalte der einzelnen Vitamere unterschiedlich. Man findet in wechselnden Konzentrationen DIE Vitamin E – wirksamen Verbindungen Alpha- , Beta-, Gamma-, Delta- Tocopherol, sowie in geringeren Mengen die entsprechenden Tocotrienole. Neben den physiologischen Wirkungen von Vitamin E, insbesondere des Alpha Tocopherols als Radikalfänger und Membranstabilisator in den Zellen des menschlichen Körpers, spielen die verschiedenen Vitamin  E-Formen auch eine grundlegende Rolle für den Oxidationsschutz der jeweiligen Fette und Öle und damit letztlich für die Stabilität – gegenüber dem Ranzigwerden. Die verschiedenen Vitamere zeigen hierbei auch eine unterschiedliche Wirksamkeit, die im Allgemeinen in der Folge Delta-, Gamma-, Beta-, Alpha Tocoperhol abnimmt. Unerschiedliche Kombinationen der Vitaminere haben allerdings auch eine unterschiedliche Wirksamkeit, die von der Fettsäurezusammensetzung abhängt.