Haut - Daten Fakten

Allgemein:

Die Haut ist flächenmäßig unser größtes Organ (2m²)(nicht aber real- das ist der Darm mit ca. 450m² Größe) und wiegt etwa 3-20 kg (wenn man das Fettgewebe dazurechnet).

Die Dicke beträgt ca. 1,5 – 4 mm, ist also – im Verhältnis zu den zahlreichen Funktionen sehr dünn.

In 28 Tagen durchläuft ein Keratinozyt alle Etagen der Epidermis (Hauterneuerung).

Unsere Haut kann sich äußeren Gegebenheiten gut anpassen und verträgt einen ph Wert von 5,5 am besten.

Die Haut schützt unseren Organismus an außen und ist Kontakt – wie auch Sinnesorgan.

Die Haut übernimmt viele Stoffwechselaufgaben; um diese Funktionen zu erfüllen, besitzt die oberste Schicht der Haut (=Oberhaut)= Epidermis….

  • Hornzellen (Keratinozyten)
  • Pigmentzellen (Melanozyten- durch UV Licht wird Melanin produziert = braune Hautfarbe)
  • Immunzellen (Langerhans-Zellen)
  • Tastzellen (Merkel-Zellen)

Aufgaben der Haut

  • Grenze nach innen und außen (Hüllorgan)
  • Kommunikation nach außen
  • Wahrnehmungsorgan (z.B.: Temperatur- Rezeptoren)
  • Sinnesorgan – Tastsinn (Tastkörperchen)
  • Stoffwechselorgan (z.B.: Schweißabgabe)
  • Abwehr-/Schutzorgan- Schutz vor Strahlung, Hitze, Kälte

Hornschicht                            schützt vor Verletzungen und Austrocknung

Haare                                        schützen vor Sonnenstrahlen und vor Wärmeverlust

Melanozyten                            schützen vor UV-Strahlung  (je weniger vorhanden ist, desto schwieriger das braun werden)

Kälterezeptoren                      vermitteln Kältereize

Wärmerezeptoren                   vermitteln Wärmereize

Tastkörperchen                       vermitteln Berührungen/(=Tastsinn)

Taltdrüsen                                bilden Talg (Fett)

Schweißdrüsen                        bilden Schweiß, schützen vor Überhitzung durch Verdunstung

Fetteinlagerungen                  schützen vor Druckbelastungen und vor Unterkühlung

Blutgefäße                                dienen der Temperaturregulation (Vasodilatation /Vasokonstriktion) und versorgen die Hautzellen mit Sauerstoff (O2) und Nährstoffen)

Lamellenkörperchen              nehmen Druckreize von außen auf

Freie Nervenenden                 nehmen Berührungs- und Schmerzreize auf

Haarbalgmusekl                      dient als Wärmespeicher durch das Aufrichten der Vellushaare

Keimschicht                             dient der Narbenbildung von Hautzellen.

Haut als Schutzorgan

Die Haut schützt als Hülle den Organismus vor Krankheitserregern, Verletzungen, Strahlen wie auch vor Flüssigkeits-/Elektrolyt-/Proteinverlusten (große Gefahr im Rahmen von Verbrennungen da dieser Schutzmechanismus verloren geht).

Die Haut besitzt eine natürliche Keimflora (aus Bakterien und Pilzen).

Die sogenannten Langerhans Zellen sind die antigenpräsentierenden Zellen der Haut (sie erkennen, ob es sich um einen Fremdkörper handelt, und eitern dem Fremdkörper aus).

  • Die intakte Haut ist durch ihren Lipid- und Feuchtigkeitsgehalt geschützt,
  • Man spricht vom sogenannten Säureschutzmantel (Hydra-Lipid- Film),
  • Dieser ist im Rahmen vieler Hauterkrankungen (v.a. bei Entzündungen) leicht bis schwer gestört.
  • Der normale ph Wert der Haut liegt bei 4,2 – 5,6
  • Über die Körperoberfläche werden Substanzen aufgenommen wie auch abgegeben.
  • „Hautatmung“ bezeichnet man die Aufnahme von Sauerstoff (O2) und die Abgabe von Kohlendioxid (CO2),
  • Wasser kann aufgenommen wie auch abgegeben werden;
  • Das Wasser ist aber auch „Transporter“ für gelöste Stoffe (z.B.: Salze, Nährstoffe, Ausscheidungsprodukte)
  • Der Schweiß besteht aus über 90% aus Wasser

Wärmehaushalt:

Der Körper kann über die Haut seinen Wärmehaushalt regulieren, d.h. einer Überhitzung wirken die Schweißdrüsen entgegen; Schweiß führt über die Möglichkeit der Verdunstung zu einer Wärmereduktion, auch sind die Kapillaren unter der Haut weit (Vasodilatation)

Durch Unterhautfettgewebe und auch durch die Behaarung kann Wärme im Körper zurückgehalten werden. Bei Kälte kommt es zu einer Vasokonstriktion (Gefäße sind eng gestellt); sog. „Gänsehaut = Aufrichten der Haarbalgmuskeln.

Die Haut als Sinnesorgan

Die Haut ist als Kontaktorgan nach außen mit sogenannten Rezeptoren ausgestattet, die der Reizaufnahme dienen:

  • Schmerzrezeptoren– liegen in der Lederhaut, je nach Körperregion mehr oder weniger ndicht vorkommend
  • Druckrezeptoren (Vater-Pacini Körperchen) liegen in der Unterhaut, für das Wahrnehmen von Druckempfindungen
  • Thermorezeptoren (freie Nervenendigungen) – starke Besiedelung an Nase, Ohrmuschel, Ohrläppchen und Lippen
  • Dehnungsrezeptoren (Ruffini Körperchen)- geben Information über den Dehnungszustand der Haut, finden sich in der Lederhaut (Stratum reticulare)
  • Tastkörperchen (Merkel Zellen und Meissner Körperchen)- finden sich in der unbehaarten Haut, sehr dicht besiedelt sind Fingerspitzen, Lippen, Zunge, Brustwarzen, äußere Geschlechtsorgan
  • Haarfollikelrezeptoren – registrieren die Haarstellung

Hautschichten

Die Haut besteht aus 3 Schichten:

OBERHAUT = Epidermis

LEDERHAUT = Dermis (=Corium)

UNTERHAUT = Subcutis

Die Hautanhangsgebilde wie Haare, Nägel, Talg- und Schweißdrüsen sind in die mittlere Schicht, die Lederhaut, eingebettet.

Epidermis = Oberhaut

Hier geht es um die äußere Schicht der Haut, dem sogenannten Epithelgewebe (= mehrschichtig verhornendes Plattenepithel)

  • Sie ist durch leistenaritge Fortsätze mit der darunterliegenden Schicht verbunden; sie ist papierdünn (0,1mm), mit Ausnahme der Handfläche und Fußsohle
  • Sie erneuert sich ständig (4 Wochen)
  • Sie besteht aus Hornzellen (Keratinozyten)
  • Sie wird durch Schweiß und Talg geschmeidig gehalten

SCHICHTEN DER EPIDERMIS

  1. Hornschicht (Stratum corneum)
  2. Glanzschicht (Stratum lucidum) (diese ist nur an der Leistenhaut der Hand- und Fußinnenseiten vorhanden)
  3. Körnerzellenschicht (Stratum granulosum)
  4. Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
  5. Basalschicht (Stratum basale)

Stachelzellschicht + Basalzellschicht bilden zusammen die Keimschicht.

ZELLEN DER OBERHAUT

  1. Hornzellen (Keratinozyten)
  2. Langerhanszellen (Immunantwort, Allergie)
  3. Pigmentzellen (Melanozyten)
  4. Sinneszellen (Merkelzellen)

Melanozyten

Die Pigmentzellen (Melanozyten) finden sich auf der Basalmembran. Die Melanozyten bilden das Melanin (=Hautpigment) und geben es an die umliegenden Hornzellen ab.

Die Haufarbe wird bestimmt durch:

  • Anzahl,
  • Größe und
  • Verteilung des Hautpigments;

Die Melanozyten haben ihre Funktion im Sonnenschutz (Schutz vor UV-Licht), die Pigmentproduktion wiederum wird durch UV-Strahlung stimuliert (je mehr Sonnenbrände- umso mehr Melaninproduktion)

Unsere Hautfarbe wird bestimmt durch:

  • Genetic (natürliche Anzahl an Melanozyten)
  • UV-Strahlung
  • Ernährung – Carotin
  • Sauerstoff des Blutes (je weniger Blutkörperchen (Träger von Sauerstoff) transportiert werden können, desto blasser wird die Haut / schlechte Durchblutung = blasse Hautfarbe

Langerhans Zellen

Finden sich knapp oberhalb der Basalmembran, Gehören dem Immunsystem an. Sind  „Wächter“ der körpereigenen Abwehr und alarmieren bei Bedarf weitere Zellen des Immunsystems (=T-Lymphozyten)

DAS REGENERATIONSVERHALTEN DER OBERHAUT

  • „Stammzellen“ entwickeln sich zu Hautzellen
  • Die Vermehrung erfolgt durch Zellteilung
  • Die Lebensdauer einer Hautzelle beträgt etwa 4 Wochen
  • Die Zellen durchwandern alle Oberhautschichten
  • Sind jeweils 2 Wochen in der Stachelzellschicht und in der Hornschicht
  • Hornzellen sind kernlos und schifern ab

UV-Schutz

Schutz vor der UV-Strahlung bieten folgende Mechanismen….

  • Haare (bei Tieren als Fell wesentlich effektiver als beim Menschen)
  • Die Hornschicht ( absorbiert (nimmt auf) ca. 10% UVA und UVB – Strahlung; ist die UV Belastung ständig, kommt es zu einer Verdickung der Hornschicht (= Die Hornschicht ist deutlich stärker ausgeprägt nach vielen Sonnenbränden)
  • Pigmentierung – kann je nach Ausprägung einen wesentlichen Schutz bieten.

Arten der Bräune

Sofortbräune

=kurzfristige, nur einige Stunden anhaltende Bräune der Haut nach UV-Bestrahlung; die  Braunfärbung entsteht durch eine chremische Veränderung der Melanin Moleküle wie auch auf einer Umverteilung der Pigmentkörperchen in der Epidermis; Ist keine Schutzwirkung gegen UV-Strahlen

Verzögerte Bräunung

Beginnt ca. 72 h nach der UV-Bestrahlung; Die Melanozyten führen zu einer verstärkten Bildung von Eumelanin (=bräunliche Farbe) bzw. Phäomelanin (rötliche Farbe)

Eumelanin nimmt deutlich weniger UV Licht auf als Phäomlanin (Verschiedene Hauttypen!)

Die Eigenschutzzeit von Menschen mit dunkler Haut- und Haarfarbe ist länger als die von Menschen mit hellem Teint und hellem Haar, man kann sagen, je heller die Haut, umso lichtempfindlicher reagiert sie auf Sonenstrahlen und desto höher sollte beim Sonnenschutz der Lichtschutzfaktor ausgesucht werden;

Prinzipiell regiert jeder Mensch individuell auf Sonnenlicht – v.a. Kinder sind sehr sensibel.